RAW- und Ausgabedateiformate

RAW / Ausgabe / Stapel / EIP / IIQ / JPEG

Hier erfahren Sie, welche Dateiformate für Ihre Anforderungen am besten geeignet sind. Mithilfe von Phase One können Benutzer Dateien in einer Reihe verschiedener Formate ausgeben, einschließlich TIFF, DNG, PNG, PSD und vier Arten von JPEG-Formaten.

Auswählen eines Dateiformats

  1. Wechseln Sie zur Werkzeugregisterkarte Ausgabe.

  2. Wählen Sie im Werkzeug „Verarbeitungsvorgaben“ eine der Optionen im Dropdown-Menü Format aus.

  3. Es ist auch möglich, bei einigen Dateiformaten zwischen 8 oder 16 Bit zu wählen. (Bei inkompatiblen Bilddateiformaten wird diese Option automatisch deaktiviert.)

Hier finden Sie weitere Informationen zur Verarbeitung.

Ausgabeoptionen für Dateiformate

  • JPEG ist die Abkürzung für Joint Photographic Experts Group. Es ist ein komprimiertes (verlustbehaftetes) Format. Das bedeutet, Sie verlieren einen Teil der ursprünglichen Bildinformationen, erhalten aber eine wesentlich kleinere Datei als im TIFF- oder RAW-Format. 
  • Mit der Einstellung JPEG QuickProof™ erstellen Sie Bilder zu Bewertungszwecken. Capture One erstellt die Bilddatei aus der Proxydatei und der Einstellungsdatei ohne zusätzliche Berechnungen oder Filter. JPEG QuickProof sollte nicht als endgültige Datei angesehen werden, es eignet sich jedoch ideal zur schnellen Bewertung.
  • JPEG XR (eXtended Range) erzeugt Bilder mit hoher Auflösung. Es führt zu größeren Dateien als Standard-JPEG und unterstützt die verlustfreie sowie die verlustbehaftete Komprimierung. Es unterstützt bei einem 48-Bit-Bild mit 16 Bit pro Kanal eine höhere Farbtreue.
  • JPEG 2000 ist im Grunde ein optimierter Dateiformatstandard, der mit dem Ziel entwickelt wurde, das ursprüngliche JPEG-Format im Jahr 2000 zu ersetzen. Es bietet laut der Joint Photographic Experts Group eine bis zu 20 % höhere Komprimierung von Bildern. (Quelle: www.jpeg.org)
  • TIFF bedeutet „Tagged Image File Format“. Es ist ein beliebtes verlustfreies Format mit hoher Farbtiefe. Eine TIFF-Datei ist größer als eine JPEG-Datei, aber erhält die maximale Qualität. Bei TIFF-Dateien haben Sie auch die Möglichkeit, 16 Bit pro Kanal auszugeben.
  • Wenn Sie eine Datei mit Capture One im DNG-Format (digitales Negativ) ausgeben, wird im Prinzip eine neue RAW-Datei erstellt. Bei diesem Format stehen keine Optionen zur Größenänderung oder Komprimierung zur Verfügung. Die an Metadaten und an dem ursprünglichen Weißabgleich in Capture One vorgenommenen Änderungen werden gespeichert. Dies wirkt sich nicht auf die Bildqualität aus. Alle anderen an einem Bild vorgenommenen Änderungen gehen beim Erstellen einer entsprechenden DNG-Datei verloren.
  • PNG ist die Abkürzung für „Portable Network Graphics“ und wendet die verlustfreie Datenkomprimierung an. Das PNG-Format wird im Allgemeinen mit der Verwendung im Internet in Verbindung gebracht. Es unterstützt keine Farbräume wie CMYK. Eine PSD-Datei (Photoshop-Dokument) ist vollständig kompatibel mit den Bildbearbeitungsverfahren in Photoshop.
  • Die PSD-Dateiausgabe mit Capture One ist im Grunde eine vereinfachte Bilddatei ohne die Layer-Einstellungen, die auf der Werkzeugregisterkarte „Lokale Einstellungen“ angewendet wurden.

Tipp: Prüfen Sie die Dateiformatkompatibilität mit anderen Softwarelösungen. Beachten Sie, dass viele Bildbearbeitungsprogramme ein Plugin benötigen, um verschiedene Formate wie JPEG XR und JPEG 2000 zu unterstützen.

IIQ RAW klein und IIQ RAW groß

Mit digitalen Rückteilen von Phase One haben Sie beim Speichern Ihrer mit angeschlossenem Rückteil aufgenommenen Bilder die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Arten von komprimierten RAW-Dateien (das Aufnahmeformat lässt sich über das Werkzeug „Kamera“ auf der Registerkarte „Aufnahme“ festlegen).

IIQ RAW bedeutet „Intelligent Image Quality“ RAW (Intelligente Bildqualitätsanpassung). IIQ RAW ist eine intelligente Methode zur Umwandlung der von der Kamera erfassten 16-Bit-Bilddaten in ein kompaktes RAW-Dateiformat.

Das Format „IIQ, RAW, groß“ ist außergewöhnlich, da es vollständig verlustfrei ist. Dateien im Format „IIQ, RAW, groß“ können in 16-Bit-TIFF-Dateien umgewandelt werden, obwohl sie nur halb so groß wie herkömmliche RAW-Dateien sind.

Das Format „IIQ, RAW, klein“ basiert auf den vollständigen 16-Bit-Daten, die vom CCD-Sensor des digitalen Rückteils aufgenommen wurden. Im Gegensatz zu „IIQ, RAW, groß“ ist es jedoch nicht 100 % verlustfrei. In der Regel lässt sich kein Qualitätsunterschied zwischen den beiden Dateiformaten feststellen, vor allem nicht, wenn die Bilder im Format „IIQ, RAW, klein“ gut belichtet und mit niedriger ISO aufgenommen sind.

Weitere Informationen

Arbeiten im RAW-Format mit Capture One

RAW-Daten entstehen, wenn Licht auf die Fotodioden des Sensors trifft. In Abhängigkeit von der Stärke des Lichts fällt das generierte Signal stärker oder schwächer aus. Die generierten Daten werden ausgelesen und in unverarbeiteter Form auf der Speicherkarte gespeichert.

Eine RAW-Datei enthält mehrere Datensätze. Bei einer Datei von einer Spiegelreflexkamera handelt es sich dabei um kalibrierte RAW-Daten und den Dateiheader. Eine Datei von einem digitalen Rückteil enthält neben den eigentlichen RAW-Daten noch Kalibrierungsdaten für die Dateien des digitalen Rückteils und die Daten des Dateiheaders.

Die Kopfdaten einer Datei (Header) werden bei RAW-Dateien aus digitalen Rückteilen getrennt von den Bilddaten gespeichert. Im Dateiheader sind die so genannten „Metadaten“ enthalten, also Daten, die andere Daten beschreiben. Die Metadaten werden von der Kamera bei der Aufnahme erstellt und umfassen Folgendes:

  • Miniaturansicht des Bildes (meist im TIFF-, manchmal auch im JPEG-Format)
  • Uhrzeit/Datum
  • ISO-Wert
  • Belichtungsdaten
  • Weißabgleich (mit dem das Bild aufgenommen wurde)
  • Kontrastkurve
  • Bildgröße in Pixel
  • Kameradaten (Verschlusszeit/Blende/Brennweite usw.)

Auf diese Weise werden über 100 verschiedene Daten gespeichert.

Der Weißabgleich legt fest, wie das Bild dargestellt wird, wenn Capture One die Vorschau generiert. Mithilfe des ISO-Werts, der Belichtungsdaten und der Informationen zum Kameramodell wird die von Capture One angewendete Rauschreduzierung berechnet.

Capture One muss ein so genanntes „Demosaicing“ für die RAW-Dateiinformationen des Beyer-Filters durchführen, der auf den Sensor angewendet wurde, um Bilddateien mit drei Farben pro Pixel zu erzeugen. Bei diesem Vorgang wird ein äußerst verfeinerter und patentierter Algorithmus angewendet.

Zusammen mit der speziell für Capture One entwickelten Formel werden die von der Kamera gelieferten ISO- und Weißabgleich-Einstellungen auf das Bild angewendet, um das Vorschaubild zu erzeugen, das im Viewer angezeigt wird. Einer der wirklich großen Vorteile von RAW-Dateien ist die Möglichkeit, den Weißabgleich zu ändern, nachdem das Bild aufgenommen wurde. Das ist bei verlustbehafteten Formaten wie JPEG häufig nicht möglich.

Sobald die Vorschaudatei erstellt wurde, können die meisten Variablen geändert werden, z. B. Kontrastkurven, Schärfung und Weißabgleich. Alle Änderungen werden beim Erstellen der Vorschau in Capture One angewendet und im Viewer dargestellt.

Die von Ihnen in Capture One vorgenommenen Bildanpassungen werden auf das Vorschaubild angewendet und in einer Einstellungsdatei gespeichert. Die RAW-Daten bleiben dabei immer unverändert.

Wenn Sie auf die Schaltfläche für die Verarbeitung klicken, werden die RAW-Daten unter Berücksichtigung der Einstellungsdatei verarbeitet. Dabei wird das endgültige, pixelbasierte Bild erzeugt und mit den vorgegebenen Abmessungen ausgegeben.

JPEG und TIFF

Viele DSLRs und kleinere Digitalkameras können JPEG-Dateien in sehr hoher Qualität erstellen. Diese Dateien lassen sich in Capture One meist weiter anpassen und optimieren. In Capture One können Sie Dateien in den Formaten JPEG (RGB) und TIFF (RGB) anzeigen und bearbeiten. JPEG- oder TIFF-Dateien, die in CMYK oder Grautönen gerendert wurden, können mitunter nicht in Capture One bearbeitet werden.

JPEG- und TIFF-Dateien sind immer bereits zu einem gewissen Grad verarbeitet – entweder durch die kamerainterne Software oder durch eine Konvertierungssoftware wie Capture One. Wenn Capture One eine Datei erkennt, wird die Weißabgleicheinstellung (WB) entweder durch die Kamera bestimmt, mit der das Bild aufgenommen wurde, oder durch die Konvertierungssoftware, mit der die Datei ursprünglich erstellt wurde. Die Einstellung für den Weißabgleich kann angepasst werden. Beachten Sie aber, dass JPEG- und TIFF-Dateien im Vergleich zur RAW-Aufnahmen in der Regel einen wesentlich kleineren dynamischen Bereich aufweisen. Das kann zu detaillosen oder abgedunkelten Bereichen führen, wenn der automatische Weißabgleich angewendet oder das Werkzeug für die Weißabgleichauswahl zum Festlegen des Weißabgleichs verwendet wird.